Tomatenpflanzen sind immer mehr klimatischen Herausforderungen unterlegen.

Die Tomaten und die Trockenheit – Die Fruchtschäden

Das auch die Früchte der Tomatenpflanzen bestimmte Schäden erleiden können, haben wir in den vorangehenden Artikeln dieser Serie bereits gesehen. Das heißt aber nicht, dass damit das Thema der Früchte bereits umfassend abgehandelt wäre. Tatsächlich gibt es einige weitere Gefahren, die auf sie lauern und die man vermeiden kann, wenn man sorgsam vorgeht.

Harte Schalen und Fruchtrisse

Risse entstehen an den Tomaten, wenn sie starken Temperaturschwankungen unterliegen. Das kann auf natürliche Weise durch Veränderung der Umgebungsbedingungen geschehen, zum Beispiel wenn sich Hitze und Regenschauer abwechseln. Andererseits kann es auch dazu kommen, wenn die Pflanzen unregelmäßig gegossen werden.

Vor allem Sorten mit großen Früchten, die normalerweise eine weiche Haut haben, sind betroffen. Kleinere Sorten dagegen können den Temperaturschwankungen besser widerstehen. Bleibt die Witterung trocken und wird regelmäßig gegossen, können die Risse wieder verheilen. Bleibt die Witterung jedoch feucht, droht Fäulnis.

Sorte mit großen, runden Früchten sollten besser unter einem Regendach oder in einem Gewächshaus kultiviert werden. Für die Natur eignen sich eher platzfeste Arten. Diese tragen birnenförmige, ovale oder längliche Tomaten.

Alte Sorten zeichnen sich durch weiche und eher dünne Schalen aus. Damit sind sie eindeutig bekömmlicher. Auf der anderen Seite lassen sie sich jedoch weniger gut und weniger lange lagern. Wenn das Wetter allzu trocken ist oder zu starke Kapriolen schlägt, dann bilden aber auch die alten Sorten schnell eine härtere Haut aus, um sich zu schützen. Werden die Bedingungen für die Tomatenpflanzen besser, wird die Haut der Früchte jedoch schnell wieder dünn und weich.

Die Fruchtrisse selbst sind gleich ein mehrfaches Problem. Sie machen es Krankheiten leichter, sich auszubreiten. Die Risse selbst bringen eine rauche und vernarbte Haut hervor, die den Genuss beeinträchtigt oder unmöglich macht. Darüber hinaus werden die Früchte unansehnlich.

Die Fruchtendfäule

Die Tomaten sind noch an der Pflanze von Fäulnis bedroht. Dabei ist die Fruchtendfäule ein klares Indiz dafür, dass ein Mangel an Nährstoffen, besonders Kalzium, vorliegt. Dieses ist besonders wichtig für die Stabilität der Tomaten und der Blätter der Tomatenpflanzen.

Der Nährstoffmangel tritt oftmals nicht aufgrund einer unzureichenden Düngung auf. Meistens liegt die Ursache in einer mangelhaften Aufnahme bzw. eines mangelhaften Transports des Kalziums durch die Pflanze.

Es gibt eine Reihe von Umständen, die das Auftreten der Fruchtendfäule begünstigen. Das beginnt mit zu vielen Pflanzen auf einem zu kleinen Raum. Das behindert eine ausreichende Wasser-, Nährstoff- und Luftzufuhr, da die Pflanzen in Konkurrenz miteinander stehen.

Wachsen die Pflanzen in einem Gewächshaus, kann es auch hier zu einer ungenügenden Belüftung kommen, die das Entstehen der Fäulnis befördern. Dazu kommen Schwankungen in den Temperaturen und eine unregelmäßige Versorgung mit Wasser.

Weiterhin kann ein Überangebot an anderen Nährstoffen die Aufnahme und den Transport von Kalzium behindern. Vor allem sind Stickstoff und Kalium in der Lage, das Kalzium zu verdrängen. Am Ende kommt es auch auf die Art an. So sind manche Tomatensorten mehr und andere weniger dafür anfällig.

Tritt die Fruchtendfäule auf, werden die Tomaten zuerst an ihrer Spitze ein wenig glasig. Dann werden sie weich und am Ende zeigen sie eingesunkene, braune oder schwarze Flecken. Das sieht aus, als hätte jemand die Früchte sehr ungenau abgeschnitten.

Die betroffenen Stellen wiederum sind Einfallstore für andere Krankheiten, zum Beispiel einem Befall mit Pilzen. Die Früchte selbst sind damit komplett ungenießbar und lassen sich bestenfalls nur noch zur Ernte von Saatgut verwenden.

Es ist wichtig, betroffene Früchte schnellstmöglich zu entfernen. Sie können danach direkt auf dem Kompost entsorgt werden. Danach können die Pflanzen die Nährstoffe auf die noch gesunden Früchte konzentrieren. Hier hilft im Notfall auch eine Blattdüngung. Dabei sprüht man die Pflanzen mit einer 1-prozentigen Lösung aus Wasser und Kalziumdünger ein. Die Pflanze selbst ist in diesem Stadium oft nicht mehr in der Lage, Kalzium über die Wurzeln aufzunehmen. Eine Blattdüngung wird am besten bei bedecktem Wetter durchgeführt. Andernfalls drohen Verbrennungen auf den Pflanzen, da die Wassertropfen das Licht bündeln.

Eine gute, vorbeugende Maßnahme ist es, die Pflanzen mit einem Mindestabstand von 70 cm in den Boden zu bringen. Dann können sie sich entsprechend ausbreiten und konkurrieren nicht um die Nährstoffe.

Der Grünkragen

Ein weiterer Fruchtschaden, der Grünkragen, trifft oftmals in Verbindung mit der Fruchtendfäule auf. Das liegt daran, dass beide auf einen Mangel mit Nährstoffen zurückgehen. Der Grünkragen zeigt sich in grünen oder gelben Zonen auf reifen Früchten. Die Zonen befinden sich meistens im Bereich der Stiele.

In den grünen bzw. gelben Zonen wird die Frucht härter und sie schmeckt nicht mehr. Das genaue Auftreten der Symptome ist von Art zu Art verschieden und dahinter können auch andere Ursachen stecken. So kann die Verfärbung aufgrund einer zu starken Sonneneinstrahlung auf die Tomate auftreten, durch ein zu starkes Ausgeizen oder aber eine Überversorgung an Stickstoff.

Die Braunfäule

Liegt ein Mangel in der Nährstoffversorgung vor und kommt es dazu noch zu ständigen Wetterwechsel, droht die Braunfäule. Diese lässt sich mit einem Tomatenhaus oder mittels eines Tomatendaches vermeiden. Darüber hinaus ist es von Vorteil, den Pflanzen ein wenig Schatten zu spenden.

Die Braunfäule zeigt sich durch eine Verfärbung der Blätter oder der Blattstiele. Diese zeigt sich zuerst in Gelb und wird dann zunehmend braun. Wenn man die Braunfäule entdeckt und sie noch nicht so weit fortgeschritten ist, lässt sich etwas dagegen unternehmen. Dafür entfernt man die betroffenen Bereiche der Pflanze, so dass diese sich auf die gesunden Triebe und Früchte konzentrieren kann.

Breitet sich die Braunfäule auf die Früchte aus, dann sind diese ungenießbar und sollten entfernt werden. Dann kann sich auch hier die Pflanze wieder auf die gesunden Bereiche und die gesunden Tomaten konzentrieren.

Keine Früchte, keine Blüten und ungenügende Triebbildung

Auch das kann geschehen, dass die Pflanzen keine Früchte oder Blüten ausbilden oder nur verkümmert wachsen. Dahinter stecken dann meistens eine Reihe von Gründen, so dass es schwerer wird, dagegen etwas zu unternehmen.

Das beginnt schon bei der Pflanzenauslese, wenn man mit eigenem Saatgut arbeitet. Wer hier nicht richtig vorgeht, kann von Jahr zu Jahr kleinere Pflanzen mit kleineren Früchten erhalten. Daher gilt, dass alle Pflanzen, die bis Ende Juli keinen Fruchtansatz zeigen, aus dem Bestand entfernt werden sollten.

Heute finden die Pflanzen aufgrund des Klimawandels mehr und mehr stressige Bedingungen an ihrem Standort vor. Dann werden sie Anfällig für Krankheiten. Das legt sich wieder, wenn sich die Bedingungen verbessern und die Pflanzen wieder stärker werden.

Weiterhin kann der Boden ausgelaugt sein oder das Ausbilden aufgrund fehlender Insekten für die Bestäubung be- oder verhindert werden. Auch ist eine Bestäubung nicht zu erwarten, wenn es keinen Wind gibt und die Pflanzen nicht bewegt werden.

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