Der Zier- und Nutzgarten präsentiert sich von seiner schönsten Seite.

Nutz- und Ziergarten – Von der Planung bis zur Ausführung

Warum muss es immer nur ein Zier- oder ein Nutzgarten sein? Warum kann es nicht einfach eine Kombination aus beiden sein? Wie das Ganze aussehen kann, haben wir bereits in einigen Artikeln zu diesem Thema angesprochen. Heute wollen wir uns ansehen, wie wir von der Planung zur Ausführung übergehen können.

Das Anpflanzen

Der wohl wichtigste Moment für die Ausführung ist das Anpflanzen. Damit beginnt die eigentliche Umsetzung der Planung. Dieser Schritt ist nicht nur sehr wichtig, er verlangt auch für sich wieder einiges an Planung. Es geht nicht einfach nur darum, zu bestimmen, wo was gedeihen soll, damit es den besten Anblick ergibt und sich die Pflanzen maximal unterstützen. Es geht dabei auch erheblich um das „Wann“.

Alle Pflanzen, jedes Gemüse, jedes Kraut und jede Blume, haben ihre eigenen, ganz individuellen Bedürfnisse. Diese schlagen sich auch und ganz besonders auf den richtigen Moment des Aussäens nieder. Dieser bestimmt, ob die Pflanzen die richtigen Bedingungen vorfinden, wenn sie ihre Triebe aus der Erde strecken.

Neben dem richtigen Moment kommt es auch auf die Vorbereitungen an, die getroffen werden müssen, damit die Pflanzen überhaupt Triebe bilden können. Einige Regeln gibt es dafür bereits auf der Verpackung für die Samen. Das Ganze muss jedoch in den Zusammenhang des Gartens gesetzt werden. Das gilt ganz besonders dann, wenn Zier- und Nutzpflanzen gemeinsam gedeihen sollen.

Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat

Wann eine Pflanze ausgesät werden muss, unterscheidet sich teils erheblich. Dazu kommt die Frage, wann die jeweiligen Vorbereitungen für die Aussaat beginnen müssen. So beginnen diese bei einigen Pflanzen schon im Herbst des alten Jahres. Dann kann im Frühjahr die eigentliche Aussaat erfolgen. Zum Beispiel muss die Erde für Kartoffeln tief gepflügt werden und über den Winter so bleiben. Dann können die Kartoffeln im Frühjahr besser wachsen.

In der folgenden Tabelle lässt sich ablesen, wann dann nach der Vorbereitung welche Pflanzen ausgesät werden können:

Zeitpunkt der Aussat  Blumen Gemüse Obst
Frühjahr oder Herbst Rosen
Frühjahr Kartoffeln
Nach dem letzten Frost

Wicke und einjährige Gartenblumen

Mitte März

Frühmöhren (unter einem Vlies) Erbsen, Knoblauch

April

Kopfsalat, Knoblauch, Erbsen und Steckzwiebeln

Anfang Mai Stiefmütterchen Lagermöhren, Kohlrabi
Mitte Mai Buschbohnen
Ende Mai Stangenbohnen, Gurken
Spätsommer Himbeeren (mit Rankenhife)
Augst Erdbeeren
Herbst Johannisbeeren, Apfelbaum, Süßkirchenbaum, Pflaumenbaum

 

Die Vorbereitungen

Vor der Aussaat muss der Boden vorbereitet werden. Das heißt, es müssen die richtigen Voraussetzungen für das Wachstum der Pflanzen geschaffen werden. Diese Voraussetzungen beinhalten als erstes, dass Unkraut beseitigt werden muss. Dann nimmt es den anderen Pflanzen nicht mehr den Raum oder die Nährstoffe weg.

Als nächstes muss der Boden umgegraben werden. Damit wird dieser aufgelockert und kann die neuen Pflanzen aufnehmen. Zusätzlich zum Umgraben sollte der Boden auch mit Nährstoffen aufgebessert werden. Das geht einmal durch einen guten Dünger. Hier empfiehlt sich vor allem veganer Dünger, da er weniger Geruchsbelästigung bringt und die Nährstoffe langsam, aber stetig, abgibt. Das heißt, eine Düngung hält länger vor.

Neben Dünger kann auch anderes Material genutzt werden, das den Boden mit Nährstoffen versorgt. Dazu gehören Mist und natürlich der gute, alte Kompost. Sobald die Erde umgegraben und mit Nährstoffen angereichert wurde, sollte sie nicht wieder fest angeklopft werden. Vor allem Sträucher brauchen eher lockere Erde, doch sie kommt auch anderen Pflanzen zugute.

Wenn bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel Kartoffeln, ausgesät werden sollen, muss die Vorbereitung bereits im Herbst beginnen. Dann bringt sie viel bessere Ergebnisse bei der Ernte. Man muss sich also vorher überlegen, was wo gepflanzt werden soll und dann entsprechend zur rechten Zeit mit den Vorbereitungen beginnen.

Leg vor allem Mischkulturen an

Mischkulturen bringen dir eine Menge Vorteile, so dass sie auf jeden Fall angelegt werden sollten. Eine Mischkultur besteht zum Beispiel aus der Kultivierung von Möhren und Zwiebeln beieinander. Gemeinsam beschützen sie sich vor Schädlingen und sie belasten den Boden nicht nur einseitig.

Übrigens ist eine Fruchtfolge immer eine gute Idee, doch sie ersetzt nicht die Mischkultur. Beides sollte ergänzend zum Einsatz kommen. Die Fruchtfolge bedeutet dabei, dass immer ein anderer Teil des Gartens auf die gleiche Art genutzt wird.

Die Kombination sieht so aus, dass du, wenn du Möhren und Zwiebeln dieses Jahr in einer Ecke hast, auf dieser Stelle im nächsten Jahr etwas anderes anpflanzt. Die Möhren und Zwiebeln kannst du dann natürlich auch wieder als Mischkultur ausbringen, doch dieses Jahr an einer neuen Stelle.

Dank einer solchen Kombination von Fruchtfolge und Mischkultur, wird die Erde jedes Jahr auf eine andere Weise in Anspruch genommen. Damit werden ihre Fruchtbarkeit und ihre Gesundheit bewahrt.

Neben der bereits angesprochenen Mischung aus Zwiebeln und Möhren, gibt es auch noch einige andere Paarungen, die sehr vorteilhaft sind. Dazu gehören Salat und Kohl, sowie Dill mit entweder Gurken oder mit Möhren. Auch lassen sich Erdbeeren und Knoblauch gut in einer Mischung verbinden.

Selbstverständlich lassen sich auch Kräuter gut mit Gemüse mischen. So können im gleichen Beet stehen oder das Gemüsebeet umrahmen. So sieht zum Beispiel Schnittlauch nicht einfach nur gut aus, wenn er mit seinen violetten Blüten ein Erdbeerbeet umrahmt. Er setzt auch ätherische Öle über seine Blätter und seine Wurzeln frei. Diese verhindern bei den Erdbeeren, dass sich dort Grauschimmel bildet.

Borretsch wiederum zieht Bienen und andere Bestäuber an. Diese helfen dann nicht nur diesem Kraut, sondern auch gleich allen anderen Pflanzen in ihrer Nachbarschaft. Was dagegen nicht so gut zusammenpasst, das sind Gemüsearten, die aus der gleichen Pflanzenfamilie kommen.

Darüber hinaus müssen auch gewisse Sonderregeln beachtet werden. So sollte Kohl und jeder anderer Kreuzblütler nur alle vier Jahre an der gleichen Stelle wachsen. Wird das nicht berücksichtigt, droht eine Infektion mit Kohlhernie.

Fazit

Ist die Planung abgeschlossen und steht fest, welche Pflanze wo stehen soll, ist diese noch einmal auf Mischkulturen und Fruchtfolge hin zu untersuchen. Ist dies geschehen, beginnt die Planung der Ausführung in Form der Aussaat. Ist auch dieses Stadium abgeschlossen, kann die Vorbereitung des Bodens erfolgen.

In unserer Aussaattabelle lässt sich ablesen, was wann angepflanzt wird. Daraus lässt sich ableiten, welche Vorbereitungen wann nötig sind und dann können sie entsprechend umgesetzt werden. Dabei ist es sehr gut, Mischkulturen anzulegen. Diese können nur aus verschiedenen Gemüsesorten, Gemüse gemischt mit Kräutern oder Nutzpflanzen gemischt mit Zierpflanzen bestehen. Wichtig ist dabei nur, darauf zu achten, dass die einzelnen Arten sich gegenseitig unterstützen und sich nicht um die gleichen Nährstoffe streiten.


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