Mit einem Sparten wird der Boden jedes Jahr mindestens einmal umgegraben.

Klimawandel und Starkwetter – Der Einfluss auf die Gartenpflege

Der Klimawandel lässt sich nicht mehr abstreiten. Er wird immer offensichtlicher, wenn die Sommer heißer und trockener werden oder wir abwechselnd unter Starkregen leiden. Im Winter wiederum wird es nicht richtig kalt und dann kommen noch die Stürme dazu. All das wirkt sich auch auf deinen Garten aus, doch es gibt Wege, wie du dich anpassen kannst.

Mehr Wasser mit Humus

Wenn es heiß wird und die Sonne auf den Boden brennt, dann kommt der Wettkampf um das Wasser. Du gießt und es sollte im Idealfall im Boden versinken und die Wurzeln erreichen. Die Sonne und Hitze ziehen es jedoch regelrecht heraus und es verdunstet nutzlos.

Du kannst dem Boden helfen, das Wasser lange genug zu halten. Dein Komposthaufen produziert guten Dünger für dich. Diesen kannst du nun als Humus auf den Boden ausbringen. Alternativ geht auch ein guter veganer Dünger oder eine Mischung aus beidem. Das Resultat ist dann, dass die Sonne dem Boden nicht mehr so viel anhaben kann, denn der Humus oder vegane Dünger speichert das Wasser. Danach gibt er es langsam an die Wurzeln ab, so dass die Pflanzen nicht Gefahr laufen, auszutrocknen.

Angepasste Pflanzen

Das Klima mag für dich neu sein, doch es ist nicht neu für die gesamte Welt. Kultiviere Pflanzen aus den Regionen, bei denen ein solches Wetter normal ist. Diese Pflanzen sind dann entsprechend an die Temperaturen, Sonne und den Starkregen angepasst. Sie können die Herausforderung meistern und sie benötigen weniger Pflege und auch weniger Wasser.

Mischkulturen mit der richtigen Fruchtfolge

Die Natur macht es übrigens vor, wie mit dem Wetter umzugehen ist. Sie hat ohne unsere Hilfe Millionen Jahre überstanden. Das heißt, sie hat ihre eigenen Strategien, sich an die wechselnden Umstände anzupassen. Damit genügt ein Blick auf sie, um herauszufinden, wie wir nun auch unseren Garten entsprechend entwickeln können. Dabei wird schnell ersichtlich, dass Mischkulturen ein Renner sind.

Mischkulturen bestehen aus Kräutern, Gemüse und einer Menge anderer Pflanzen. Sie wachsen gemeinsam und sie unterstützen sich gegenseitig. So können Sie die Nährstoffe aufschlüsseln und sogar Wasser auch aus tieferen Schichten des Bodens heraufholen. Sie unterstützen sich gegen Schädlinge und bringen ein gesundes Wachstum.

Für dich bringt das eine doppelte Ersparnis. Zum einen brauchst du nicht so viele Wasser und zum anderen brauchst du nicht so viel Pflege. Unterstütze sie einfach am Anfang und dann, wenn sie stark genug sind, brauchen sie viel weniger Aufmerksamkeit.

Achte auf eine große Pflanzenvielfalt

Mischkulturen allein reichen nicht, wenn du dabei keine ausreichende Vielfalt an Pflanzen hast. Du brauchst hohe Bäume, die den anderen Pflanzen Schatten spenden. Du brauchst Sträucher, die für eine kühlere Lift in Bodennähe sorgen. Du brauchst Stauden und Pflanzen, die den Boden ausgiebig bedecken.

Achte bei den Pflanzen auch darauf, wie viele Kohlendioxid sie speichern können. Vor allem Wildpflanzen behalten davon eine Menge, denn sie weisen selbst einen hohen Anteil an Kohlenstoff auf.

Darüber hinaus verdunsten die Pflanzen selbst über ihre Blätter eine Menge Wasser. Sorg also dafür, dass auf der Sonnenseite immer die Pflanzen stehen, deren Blätter klein und geschützt sind. Sie überstehen die Hitze leichter und bieten Schatten für die Pflanzen, die mehr von der Ausdunstung bedroht sind.

Sumpfpflanzen in der Mitte wiederum verdunsten Wasser stärker. Damit sind sie gut um einen Teich anzupflanzen, wo sie dann ihren Nachbarn Kühlung bringen. Sie wirken wie eine Klimaanlage und schützen die gesamte Mischkultur vor einer zu starken Aufheizung.

Vermeide Versiegelungen auf dem Boden

In deinen Garten bist du nicht mit schweren Lasten und besonders nicht mit schweren Maschinen unterwegs. Dementsprechend brauchst du keine befestigen Wege oder Areale. Halte den Boden offen. Das erlaubt es Hochwasser und Starkregen, schneller zu versickern. Darüber hinaus bringt die Verdunstung auf dem offenen Boden auch einen Abkühlungseffekt. Damit bleibt die Erde kühl und für den Regen durchlässig. Wichtig ist, dass auch Schotter sich als Bodenversiegelung auswirkt. Du solltest also auch damit eher zurückhaltend umgehen oder am besten ganz darauf verzichten.

Schütze den Boden vor der Sonne

Die beste Düngung für deinen Boden ist eine Gründüngung. Damit wird der Boden vor der direkten Sonneinstrahlung geschützt und trocknet nicht so stark aus. Ebenso kann eine Schicht Mulch die Sonne abhalten. Bring die Reste der letzten Ernte oder den Rasenschnitt aus und schon verdunstet weniger Wasser.

Grabe den Boden nicht so tief um. Das sorgt nur für eine tiefere Austrocknung. Lockere ihn vielmehr oberflächlich. Damit passt du dich an die Methoden an, die in den wärmeren Regionen Gang und Gäbe sind.

Nutze das Regenwasser

Fang das Regenwasser auf, um damit ausreichend Gießwasser in Trockenzeiten zu haben. Pass dich damit jedoch an die veränderten Umstände an. Diese bestehen aus Starkregen mit hohen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit und aus langen Trockenperioden. Die einfache Regentonne reicht dafür nicht mehr aus. Sie läuft nur während des Regens über und ist dann in der Trockenzeit schnell leer.

Um heute und in Zukunft genügend Regenwasser zu haben, brauchst du schon eine Zisterne. Diese fasst tausende von Litern und kann daher den Niederschlag auch aufnehmen. In der Trockenperiode hat sie dann genügend Wasser, um für eine lange Zeit zu reichen.

Eine Alternative zum Regenfass und der Zisterne ist ein Teich. Leg einen solchen entsprechend an, doch befüll ihn nicht. Lass das den Starkregen machen. Dann kannst du das Wasser in trockenen Zeiten nutzen. Der Nachteil gegenüber einer Zisterne ist die stärkere Verdunstung des Wassers dank der offenen Oberfläche. Hier solltest du den Teich so anlegen, dass er sich überwiegend im Schatten befindet. Ein Sonnenschutz sollte ebenfalls im Zweifelsfall angebracht werden.

Lege deinen Garten mit Hügeln an

Einen Garten möglichst flach anzulegen, das war einmal ideal. Jetzt ist es jedoch nicht mehr ganz so richtig. Bodenwellen, kleine Hügel, strategisch platziert schützen sie von Überschwemmungen und vor Austrocknen.

Starkregen kann einen einfachen, flachen Boden einfach auswaschen. Die oberen Erdschichten werden dann davongeschwemmt. Mit Hügeln und Bodenwellen dagegen wird das Wasser in die Senken geführt. Dort schwimmt es nicht davon, sondern sickert in den Boden ein und hält diesen feucht. Darüber hinaus halten sie den Wind ab. Das wiederum verhindert erneut die Austrocknung, denn der Wind fördert nur die Verdunstung.


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