Zwei Hände formen ein Herz und in dem Herz wächst eine kleine Pflanze heran. Damit soll die Verbundenheit zur Natur aufgezeigt werden..

Wie Corona immer mehr Leute in den Garten lockt

Corona bringt uns alle dazu, uns daheim zu vergraben. Da bekommt der eigene Garten eine ganz neue Bedeutung. Dort ist unser eigenes Stück Natur. Dort können wir draußen und dennoch daheim bzw. privat sein. Dort können wir uns noch ein wenig ausleben, wenn uns die eigenen vier Wände zu eng werden. Dort können wir ein wenig Freiheit genießen, wenn wir eigentlich ständig eingesperrt sind.

Nicht jeder hat einen Garten. Wer nur einen Balkon hat, baut sich eben dort seine eigene, kleine Wohlfühloase. Dort lässt sich auch ein wenig Grün kultivieren und ein eigener, privater Raum in Freiheit und vor allem draußen schaffen. Hier bekommt die Natur eine fast schon therapeutische Bedeutung, denn hier gibt es eben doch noch ein wenig Entspannung, die sich sonst drinnen kaum finden lässt.

Viele Gärtnerseiten und Magazine verzeichnen einen sprunghaften Anstieg an Besuchern bzw. Lesern. Die Zahlen haben sich in Zeiten von Corona mal eben vervierfacht. Die Leute suchen ihr eigenes Stück Natur und dafür brauchen sie Tipps und Anregungen.

Der Garten als das neue Statussymbol

Wenn man sich nicht anders ausleben kann, dann zeigt man eben mit dem Garten, was man erreichen kann. Hier lassen sich die Einschränkungen wenigstens ein wenig vergessen. Das macht all diejenigen, die über die kleine Insel der Natur verfügen, glücklich. Das weckt aber auch Begehrlichkeiten bei denen, die nicht über diese Oase des Grünen verfügen. Begehrlichkeiten bei den anderen bringen Status bei denen, die über das Begehrte verfügen.

Mit einem solchen Status werden Blogs und Videos über die Gärten, vor allem auch über den eigenen Garten, zu wahren Symbolen. Es geht dabei aber nicht einzig nur um die Begehrlichkeiten der anderen, sondern auch ein Stück weit um den Ausbruch. Wo uns die Einschränkungen, die uns das Virus aufzwingt, einengen, dort können wir im Garten uns doch noch ein Stück weit verwirklichen. Posts und Artikel darüber zeigen dann, wir sehr der Einzelne gegen das Virus und die damit verbundenen Probleme angehen kann.

Die Besinnung auf die Natur ist ein Labsal für die Bedrückung, die das Virus und die Sorge über die Gefahren damit uns aufbürden. Das bringt viele dazu, ihren eigenen Garten nicht nur mehr Aufmerksamkeit zu widmen, sondern diesen wirklich auch zum ersten Mal so richtig kennenzulernen.

Gerade für Kinder ist der Garten ein gefundener Ort, wo sie der heimischen Enge entrinnen können. Hier können sie sich austoben und nach Herzenslust spielen. Das wiederum bereitet den Eltern Freude, die dann den Garte umso schöner und einladender gestaltet wollen.

Der Neid der anderen, die Freiheit und die Fähigkeit, sich selbst und die Kinder außerhalb der einengenden vier Wände zu beschäftigen, das alles macht den eigenen Garten so wichtig. Das ist die Motivation, sich mehr um die Pflanzen und deren Pflege bzw. deren Zusammenleben zu kümmern.

Der persönliche Rückzugsraum

Wir Menschen sind einfach von Natur aus so gemacht, dass wir lieber draußen als drinnen sind. Das heißt, dass der Garten einfach ein Grundbedürfnis befriedigt. Vorher ließ sich das auf vielen verschiedenen Wegen bewerkstelligen. Heute jedoch sieht das ganz anders aus.

Auch wenn die Beschränkungen nach und nach gelockert werden, ist da noch immer die Angst. Wie ein diffuser Druck lastet sie auf der Seele, wenn man nach draußen geht. Es ist aber nicht nur die Angst davor, dass wir uns selbst mit dem Virus anstecken. Es ist auch die Angst davor, etwas falsch zu machen. Wir wollen keine der neuen und oft so unterschiedlichen Regeln brechen. Wir wollen nicht dafür schief angesehen oder sogar von der Polizei angesprochen werden. Im eigenen Garten sind wir sicher.

Im eigenen Garten befinden wir uns in einem geschützten Raum. Wir sind daheim und daher kaum für eine Ansteckung anfällig. Hier können wir auch keine Regeln brechen und wir sind unter uns. Wir werden also nicht von irgendjemand danach beurteilt, wie wir uns hinsichtlich der vielen Vorschriften verhalten.

Der Garten wird sogar ein sozialer Ort. Wir können über den Zaun hinweg einen Plausch mit unseren Nachbarn halten. Wir können ein paar Freunde einladen und hier unter uns sein. Es gibt einfach im Moment keinen besseren Ort, als die Wohlfühloase Garten.

Der Urlaub von der Krise

In Deutschland sind wir nun schon einige Krisen gewöhnt. Es gab die Finanzkrise, die Eurokrise, die Krise um den Brexit und nun auch noch die Coronakrise. Da ist der Garten doch einfach mal ein gelungener Urlaubsort.

Ein Urlaub ist immer auch eine Auszeit hinsichtlich der Arbeit und dem Stress, dem wir dort unterliegen. Es ist auch eine Flucht aus dem täglichen Einerlei, dass wir mit unserem Trott selbst herbeigeführt haben. Im Urlaub ist alles anders. Es gibt keinen Chef und es gibt keine festen Zeitpläne. Es gibt nur Freiheit.

Der eigene Garten ist kein neuer Ort, doch er bringt uns die Freiheit von Stress und Zeitplänen. Hier können wir vergessen, dass die Welt mal wieder mit einer Krise kämpft. Hier können wir ohne einen Zeitplan einfach der Natur folgen. Wir haben einen entspannenden Anblick, der die gereizte Seele beruhigt und wir haben ein paar Aufgaben, die wir ohne Druck erledigen können. Damit sind unsere Hände beschäftigt, während unsere Gedanken kreisen. Das ist wie eine kleine Meditation, in der wir all die neuen Ängste und Sorgen der aktuellen Krise verarbeiten können.

Zu der Krise gesellen sich der Stress des Homeoffice und des Homeschooling. Vorher war es leichter einfach abzuschalten. Wir kamen von der Arbeit oder Schule nach Hause in eine andere Umgebung. Heute ist unser Zuhause der Arbeitsplatz bzw. das Klassenzimmer. Da wird es schwerer, von dem Arbeiten und Lernen auf Freizeit und Entspannung umzuschalten. Das gibt dem Garten eine neue, noch stärkere Bedeutung, denn hier ist eine Loslösung von der Arbeits- bzw. Schulumgebung möglich. Hier gibt es einen Wechsel, der das Abschalten erleichtert.

Einige Gartenliebhaber fangen sogar an, ihren Garten nicht nur als einen solchen zu betrachten. Sie versuchen, ihn mehr und mehr zu einem Urlaubsort zu machen. Da werden Planschbecken eingerichtet, Trampoline aufgestellt und Spieltürme aufgebaut. All das schafft ein stärkeres Gefühl der Freiheit von all dem Stress. Hier lebt sich die ganze Familie aus und kann sich gemeinsam entspannen. Damit wird es doch wieder ganz so, wie in einem Urlaub.


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